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Wie du Schimmel in Altbauten vermeiden kannst

Schimmel in Altbauten ist ein leidiges Thema – aber eines, das viele betrifft. Vielleicht hast du selbst schon einmal diese typischen schwarzen Flecken an der Wand entdeckt. Oder vielleicht fragst du dich, warum gerade in alten Häusern so häufig muffiger Geruch und feuchte Wände auftreten. Die gute Nachricht: Du kannst einiges tun, um Schimmel zu verhindern – auch ohne großes handwerkliches Know-how. In diesem Beitrag zeigen wir dir verständlich und praxisnah, wie du Schimmel in Altbauten vermeiden kannst – mit einfachen Tipps, die wirklich funktionieren.

Warum Altbauten besonders anfällig für Schimmel sind

Altbauten haben Charme – die hohen Decken, große Fenster und meistens eine tolle Lage. Doch genau diese Häuser bergen auch einige Risiken, wenn es um Feuchtigkeit und Schimmel geht. Aber woran liegt das?

Alte Bausubstanz trifft auf moderne Lebensweise

Viele Altbauten wurden vor über 100 Jahren gebaut. Damals gab es weder Wärmedämmung noch moderne Heizsysteme. Die Wände atmen, sagen einige – doch in Wahrheit bedeutet das oft: Kältebrücken, Zugluft und feuchte Ecken.

Zudem wurde früher ganz anders gewohnt: mit weniger Menschen pro Wohnung, weniger Wasserdampf (weil kaum geduscht wurde) und oft mit offener Feuerstelle. Heute kochen, duschen und waschen wir in einem engen System – und erzeugen dabei täglich bis zu 10 Liter Wasserdampf pro Person. Wenn dieser nicht richtig entweichen kann, schlägt er sich als Feuchtigkeit nieder – und das ist der Nährboden für Schimmel.

Undichte Fenster und fehlende Dämmung

Ein typisches Problem sind alte Fenster ohne Dichtungen oder einfach verglaste Fensterscheiben. Durch sie entweicht nicht nur Wärme – sie führen auch dazu, dass es an bestimmten Stellen in der Wohnung deutlich kälter ist. Und genau dort kondensiert die Luftfeuchtigkeit besonders schnell. Sobald sich Wasser niederschlägt, dauert es nicht lange bis sich Schimmel bildet.

Welche gesundheitlichen Risiken birgt Schimmel in der Wohnung?

Wusstest du, dass Schimmelsporen selbst dann gesundheitsschädlich sein können, wenn der Schimmel noch gar nicht sichtbar ist?

Insbesondere folgende Symptome können auf Schimmel in der Wohnung hinweisen:

  • Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen
  • Chronischer Husten oder gereizte Schleimhäute
  • Allergien und Asthmaanfälle
  • Müdigkeit oder Schlafprobleme

Für Kleinkinder, ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann Schimmel sogar lebensbedrohlich sein. Deshalb gilt: Frühzeitig handeln ist besser als teuer sanieren.

Wie entsteht Schimmel? Die wichtigsten Ursachen

Du fragst dich vielleicht, woher die Feuchtigkeit in deinem Zuhause überhaupt kommt. Hier ein kurzer Überblick über die Hauptursachen:

1. Falsches Lüften

Tatsächlich reicht einfaches Fenster-Aufreißen oft nicht aus. Oder anders gesagt: Lüften ist wichtig – aber es muss richtig gemacht werden. Andernfalls bleibt die Luftfeuchtigkeit in den Räumen und tut genau das, was du eigentlich vermeiden willst: für Kondenswasser und Schimmel sorgen.

Mehr dazu findest du im Ratgeber „Warum Lüften allein oft nicht reicht“.

2. Kältebrücken

Ein typisches Problem in Altbauten: schlecht gedämmte Stellen, z. B. an Fensterlaibungen, hinter Schränken oder in Ecken. Dort ist die Wandfläche besonders kühl – und sobald warme, feuchte Luft auf diese kalte Oberfläche trifft, entsteht Kondenswasser.

3. Undichte Dächer, Wände oder Keller

Wenn eindringendes Regenwasser oder aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden nicht gestoppt wird, kann sich die Nässe schnell im Mauerwerk ausbreiten. Erste Anzeichen: feuchte Flecken, muffiger Geruch oder sich ablösender Putz.

4. Baufeuchte beim Sanieren

Gerade wenn du einen Altbau sanierst, entsteht durch Estrich, Putz oder Farbe viel Feuchtigkeit, die langsam austrocknet. Wird nicht von Anfang an getrocknet, kann diese Restfeuchte zu Schimmel führen – selbst dann, wenn alles „neu“ aussieht.

Praktische Tipps: So schützt du deinen Altbau vor Schimmel

Zum Glück gibt es viele einfache Maßnahmen, mit denen du dein Zuhause nachhaltig vor Schimmel schützen kannst – ganz ohne teure Umbauten. Hier unsere besten Tipps für den Alltag:

1. Richtig lüften: Stoßlüften statt Kippfenster

Kippfenster lassen über Stunden zwar ein wenig Luft herein – aber nicht genug, um die feuchte, verbrauchte Luft vollständig auszutauschen. Besser: Mehrmals täglich für 5–10 Minuten alle Fenster weit öffnen.

Nach dem Duschen, Kochen oder Wäschewaschen heißt es: Fenster auf und Dampf raus!

2. Luftfeuchtigkeit im Blick behalten

Die ideale Raumluftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 % und 60 %. Mit einem Hygrometer (gibt’s ab etwa 10 Euro im Baumarkt) kannst du das ganz leicht überprüfen.

Liegt der Wert dauerhaft über 60 %, ist es Zeit zu handeln: öfter lüften, weniger Wäsche im Raum trocknen oder einen Luftentfeuchter nutzen.

3. Möbel richtig platzieren

Stell große Schränke oder Sofas nicht direkt an die Außenwand. Lass mindestens 5–10 cm Luft dazwischen – so kann die Luft hinter den Möbeln besser zirkulieren und sich keine Feuchtigkeit stauen.

4. Wärme gleichmäßig verteilen

Auch wenn es verlockend ist, das Schlafzimmer auf „Eiszapfen-Niveau“ zu halten: Ist ein Raum zu kühl, kann sich dort schneller Feuchtigkeit absetzen. Ideal ist eine Grundtemperatur von etwa 19 bis 21 Grad – auch in ungenutzten Räumen.

5. Wäsche richtig trocknen

Vermeide es, Wäsche in der Wohnung zu trocknen – vor allem in schlecht gelüfteten Räumen. Nutze einen Trockenboden, Balkon oder Trockner mit Abluftfunktion.

6. Beim Renovieren auf Trocknung achten

Wenn du deinen Altbau sanierst, gib neuen Materialien genug Zeit zum Trocknen. Bei größeren Sanierungen helfen professionelle Bautrockner – oder du informierst dich im Spezialbeitrag „Schimmelfrei wohnen: So verhinderst du effektiv Schimmel in Altbauten“.

7. Haus regelmäßig kontrollieren

Kontrolliere dein Zuhause regelmäßig auf Schwachstellen: Gibt es dunkle Flecken an der Wand, abblätternde Tapete oder feuchte Ecken? Je früher du Schimmel entdeckst, desto einfacher lässt er sich entfernen.

Was tun, wenn es schon schimmelt?

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren: Du entdeckst erste dunkle Punkte in der Zimmerecke oder sogar einen größeren Schimmelfleck. Was nun?

  • Kleine Stellen (unter 0,5 m²) kannst du selbst mit 70-prozentigem Alkohol oder Spezialreiniger behandeln. Die Stelle sollte dabei gut belüftet und trocken sein.
  • Größere Flächen gehören in die Hände von Fachleuten – denn hier kann sich der Schimmel bereits tief ins Mauerwerk gefressen haben.

Generell gilt: Nicht nur entfernen – sondern die Ursache beheben! Nur dann kommt der Schimmel nicht zurück.

Schimmel in Mietwohnungen: Wer ist verantwortlich?

Ein häufiger Streitpunkt zwischen Mieter:innen und Vermieter:innen ist die Frage nach der Schuld. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen:

  • Nutzungsschäden, etwa durch falsches Lüften oder Heizen – hier haftest du als Mieter:in.
  • Bausubstanz-Schäden, etwa durch undichte Dächer oder mangelnde Dämmung – dafür ist der Vermieter zuständig.

Unser Tipp: Dokumentiere Verdachtsfälle frühzeitig mit Fotos und melde dich beim Vermieter – so ist die Beweislage klarer.

Checkliste: Dein Anti-Schimmel-Plan für Altbauten

  • Täglich 2–4 Mal Stoßlüften
  • Luftfeuchtigkeit regelmäßig prüfen (< 60 %)
  • Möbel einige Zentimeter von der Wand abrücken
  • Alle Räume gleichmäßig beheizen
  • Schimmelverdacht sofort prüfen und handeln
  • Richtiges Lüften lernen – nicht nur das Fenster kippen!

Fazit: Altbau ja – aber bitte schimmelfrei!

Schimmel ist kein Schicksal – sondern oft das Ergebnis falscher Nutzung oder unerkannter Schwachstellen. Gerade Altbauten brauchen besondere Aufmerksamkeit, was Feuchtigkeit und Raumklima betrifft.

Doch wenn du die Tipps in diesem Beitrag beherzigst, kannst du dich über ein gesundes Raumklima und ein dauerhaft schimmelfreies Zuhause freuen – ganz ohne Abrisshammer und Großbaustelle.

Noch mehr hilfreiche Infos rund um das Thema „Altbau und Schimmel“ findest du im großen Ratgeber Schimmelfrei wohnen: So verhinderst du effektiv Schimmel in Altbauten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was hilft gegen Schimmel in Altbauten am besten?

Am wichtigsten ist die Kombination aus richtigem Lüften, gleichmäßiger Beheizung und regelmäßiger Kontrolle der Luftfeuchtigkeit. Schimmel entsteht meist da, wo feucht-warme Luft auf kalte Flächen trifft.

Wie erkenne ich erste Anzeichen von Schimmel?

Typisch sind dunkle Flecken in Ecken, muffiger Geruch oder feuchte Stellen an Wänden und Decke. Auch Kondenswasser an Fenstern kann ein Warnzeichen sein.

Können auch neue Fenster zu Schimmel führen?

Ja – wenn der Luftaustausch nicht angepasst wird. Moderne Fenster schließen so dicht ab, dass die natürliche Luftzirkulation unterbrochen ist. Umso wichtiger ist regelmäßiges Stoßlüften.

Ist ein Luftentfeuchter in Altbauten sinnvoll?

In schlecht belüftbaren Räumen oder bei dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit kann ein Luftentfeuchter eine gute Zwischenlösung sein – ersetzt aber nicht das richtige Lüften.

Kann ich Wäsche im Winter draußen trocknen?

Ja – kalte Luft kann Feuchtigkeit aufnehmen, wenn sie trocken ist. Am besten während klarer, frostiger Tage draußen aufhängen.

Quellen:

  • Umweltbundesamt: Bauliche Ursachen für Schimmelpilzbefall
  • Deutscher Mieterbund: Rechte und Pflichten bei Schimmel in Mietwohnungen
  • Stiftung Warentest: Ratgeber Feuchte und Schimmel
  • Bauphysikalische Grundlagen – Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP
  • Beratungsunterlagen der Verbraucherzentrale zum Thema Raumklima

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