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Wie oft muss man Schimmel nachbehandeln, damit er nicht zurückkommt?

Schimmel in der Wohnung ist nicht nur ein optisches Problem – er kann auch Ihre Gesundheit gefährden. Viele Menschen denken, dass einmaliges Entfernen ausreicht, doch leider kommt der Schimmel oft zurück. Woran liegt das? Und wie oft muss man Schimmel eigentlich nachbehandeln, damit er dauerhaft verschwindet? In diesem Artikel erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf Sie achten sollten, wie Sie Schimmel effektiv entfernen – und machen verständlich, warum Nachbehandlungen so wichtig sind.

Warum kommt Schimmel immer wieder zurück?

Zunächst die ehrliche Antwort: Meist kommt Schimmel wieder, weil man nur die sichtbaren Symptome bekämpft – aber nicht die eigentliche Ursache. Das ist ein bisschen wie bei einem Eisberg: Man sieht nur die Spitze, doch der weitaus größere Teil liegt unter der Oberfläche – in diesem Fall in Putz, Wand oder Tapete.

Die häufigsten Ursachen für Schimmelbefall:

  • Feuchtigkeit: Ob durch falsches Lüften, undichte Fenster oder feuchte Wände – zu viel Feuchtigkeit ist der Hauptgrund für Schimmelbildung.
  • Mangelnde Luftzirkulation: Möbel, die zu nah an der Wand stehen, verhindern Luftzirkulation – ein idealer Nährboden für Schimmel.
  • Baugutachten vergessen: Oft ist ein Baumangel schuld – zum Beispiel ein undichtes Dach oder Risse im Mauerwerk. Wird das nicht entdeckt, lässt sich der Schimmel nicht dauerhaft löschen.

Wichtig zu wissen: Auch nach erfolgreicher Schimmelentfernung bleiben oft mikroskopisch kleine Schimmelsporen zurück, die unter günstigen Bedingungen wieder aktiv werden können. Deshalb ist Nachbehandeln zwingend notwendig – und zwar mehr als einmal!

Wie oft muss man Schimmel nachbehandeln?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten – die nötige Nachbehandlungs-Häufigkeit hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Wie tief ist der Schimmel ins Material eingedrungen? Ist nur die Oberfläche betroffen, reicht oft eine einmalige Behandlung. Ist der Schimmel tiefer in Putz oder Mauerwerk eingedrungen, sind meist mehrere Schritte nötig.
  • Wie gut wurde die Ursache gefunden und behoben? Wurde die Feuchtigkeitsquelle nicht beseitigt, bringt jede Nachbehandlung nur kurzfristigen Erfolg.
  • Wie gründlich wurde bei der ersten Behandlung gearbeitet? Wer nur oberflächlich mit Hausmitteln hantiert, muss mit häufigerem Nachbehandeln rechnen.

Ein grober Richtwert aus der Praxis: Bei professioneller Schimmelentfernung und korrekt beseitigter Ursache reichen meist zwei bis drei gezielte Nachbehandlungen, jeweils im Abstand von wenigen Wochen, um erneutes Wachstum zuverlässig zu verhindern.

Tipp: Wer sich unsicher ist, sollte regelmäßig die betroffenen Stellen kontrollieren – etwa alle 2–4 Wochen nach der Erstbehandlung.

Anzeichen, dass eine Nachbehandlung erforderlich ist

Selbst wenn man alles richtig gemacht hat, kann der Schimmel in seltenen Fällen zurückkehren. Auf folgende Warnzeichen sollten Sie daher achten:

  • Geruch: Moderiger oder muffiger Geruch trotz gereinigter Wand ist oft ein Hinweis auf verborgenen Schimmel.
  • Verfärbungen: Graue, grüne oder schwarze Flecken, die langsamer auftauchen als beim ersten Mal – oft ein Zeichen für zurückgekehrte Sporen.
  • Symptome bei Bewohner:innen: Hustenreiz, tränende Augen oder Atemprobleme, die zu bestimmten Tageszeiten oder Orten in der Wohnung auftreten.

Sollten Sie eines dieser Anzeichen bemerken, ist es Zeit, die Stelle erneut zu behandeln – und falls nötig einen Profi hinzuziehen.

So gehen Sie bei der Schimmelentfernung richtig vor

Bevor man mit der Nachbehandlung startet, sollte man sicherstellen, dass der Schimmel möglichst vollständig entfernt wurde. Eine gute Schritt-für-Schritt-Anleitung zur vollständigen Schimmelentfernung finden Sie in diesem Artikel:
Schimmel richtig entfernen.

Hier die wichtigsten Schritte in Kürze:

  1. Lüften Sie den Raum gründlich, bevor Sie beginnen.
  2. Tragen Sie Schutzkleidung: Handschuhe, Maske, Schutzbrille.
  3. Verwenden Sie ein geeignetes Schimmelbekämpfungsmittel. In hartnäckigen Fällen ist Alkohol (70-80 %) oder Wasserstoffperoxid besser als Hausmittel.
  4. Lassen Sie nach der Behandlung alles vollständig trocknen.
  5. Wiederholen Sie die Behandlung erneut nach 1 bis 2 Wochen – insbesondere, wenn größere Flächen betroffen waren.

Unser Tipp: Anschließend regelmäßig kontrollieren – im Monatsrhythmus, besonders bei Gebäuden mit bekannter Feuchtigkeitsproblematik.

Professionelle Hilfe vs. Selbstbehandlung: Wann lohnt sich ein Fachmann?

Kleinere Stellen bis etwa handtellergroß lassen sich in der Regel selbst behandeln – mit etwas Vorsicht, Geduld und den richtigen Mitteln. Doch sobald die befallene Fläche größer ist, lohnt es sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ein Experte kann:

  • Die Ursache präzise ermitteln – inklusive Feuchtigkeitsmessung und Thermografie.
  • Materialproben ins Labor schicken, um die Art des Schimmels zu bestimmen.
  • Fachgerecht Schimmel entfernen – ohne dass Sporen sich in der Wohnung verteilen.

Mehr zur professionellen Schimmelentfernung lesen Sie auch hier:
Schimmel professionell entfernen lassen.

Dauerhaft schimmelfrei bleiben: So schützen Sie Ihre Räume

Nach jeder erfolgreichen Schimmelbeseitigung – inklusive Nachbehandlung – sollten Sie alles dafür tun, dass er nicht zurückkehrt. Dabei hilft eine Mischung aus baulichen Maßnahmen und einem kontrollierten Wohnverhalten.

Hier einige bewährte Tipps für dauerhaften Schutz:

Richtig lüften – aber wie?

Viele denken, Fenster kippen reicht aus. Doch effektives Lüften geht anders:

  • Stoßlüften Sie 2–4 mal täglich: Fenster komplett öffnen, für 5 bis 10 Minuten.
  • Querlüften ist ideal: Gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen für besten Luftaustausch.
  • Nie bei laufender Heizung lüften – das kostet nur Energie und bringt wenig Effekt.

Feuchtigkeit reduzieren

Innenluft darf nicht zu feucht werden – sonst entsteht Kondenswasser an kalten Stellen:

  • Luftfeuchtigkeit regelmäßig kontrollieren (Hygrometer verwenden). Optimal sind 40–60 %.
  • Keine nassen Wäscheberge in Wohnräumen trocknen lassen.
  • Bad und Küche immer sofort nach dem Duschen oder Kochen gut durchlüften.

Kritische Stellen im Blick behalten

Besonders gefährdet sind:

  • Außenwände, hinter denen wenig Luft zirkuliert (z. B. hinter Schränken).
  • Ecken und Übergänge zwischen Wand und Decke.
  • Flächen rund um Fenster – dort schlägt sich oft Kondenswasser nieder.

Unser Extra-Tipp: Möbel einige Zentimeter von der Außenwand abrücken – selbst 5 cm Abstand können den Unterschied machen!

FAQ: Die häufigsten Fragen zur Schimmelnachbehandlung

Wie lange dauert es, bis man sicher sein kann, dass der Schimmel nicht zurückkommt?

In der Regel sollte man betroffene Stellen über einen Zeitraum von 8 bis 12 Wochen beobachten. Sollten keine neuen Anzeichen auftauchen, kann man davon ausgehen, dass der Schimmel dauerhaft entfernt wurde.

Hilft Essig gegen Schimmel?

Jein. Essig wirkt nur oberflächlich und kann bei manchen Materialien (z. B. Kalkputz) sogar das Wachstum fördern. Besser sind spezielle Schimmelentferner oder Alkohol/Wasserstoffperoxid.

Wie kann ich prüfen, ob noch Sporen vorhanden sind?

Luftanalysen oder Abklatschproben bieten Labore oder Fachunternehmen an. Für den Hausgebrauch ist regelmäßiges Beobachten meist aussagekräftig genug – achten Sie auf Geruch, Flecken und gesundheitliche Beschwerden.

Kann man schimmelnde Tapete einfach überstreichen?

Nein. Die befallene Tapete muss vollständig entfernt werden. Andernfalls schimmelt es darunter munter weiter – und kommt bald wieder durch.

Fazit: Pflege braucht Wiederholung – genauso wie Schimmelbehandlung

Eine einmalige Schimmelentfernung ist selten genug. Damit Schimmel wirklich dauerhaft verschwindet, sind häufig mehrere Nachbehandlungen nötig – und ebenso wichtig ist, dass die Ursache behoben wird. Durch regelmäßige Kontrollen, vorbeugende Maßnahmen und gezieltes Handeln schützen Sie Ihre Gesundheit, Ihre Räume und Ihre Lebensqualität.

Schimmel ist hartnäckig – doch mit dem richtigen Wissen und etwas Aufmerksamkeit können Sie ihn dauerhaft loswerden. Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich Hilfe – es lohnt sich.

Quellen:

  • Umweltbundesamt: „Schimmel in Innenräumen – was tun?“
  • Verbraucherzentrale: „Schimmel erkennen und beseitigen“
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz: Ratgeber „Schimmel vermeiden“
  • DEKRA Gutachten: Ursachen von Schimmel und Maßnahmen zur Beseitigung

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